Natur

Wir BündnerInnen leben mitten in der Natur und sind stark verwurzelt mit unserer alpinen Welt. Die Natur ist die Grundlage unserer wichtigsten Wirtschaftszweige.

Wasserkraft und Restwassermengen, sanfter Tourismus und Zweitwohnungs-beschränkungen, intakte Natur- und Kulturlandschaften, Biolandwirtschaft, Schutz der Alpen vor dem Transitverkehr, Rettung der Gletscher und Klimaschutz: All dies steht bei uns auf der Tagesordnung. Auch ich engagiere mich für eine nachhaltige Zukunft des Alpenraums.

Ich möchte dazu beitragen, dass die Alpen und unser Planet lebenswert bleiben – für uns und unsere Nachkommen. Schon bei meinem ersten politischen Engagement in meinem Heimattal Puschlav habe ich mich dafür eingesetzt. Und um diese Ziele weiter zu verfolgen, engagiere ich mich seit 2002 als Präsidentin von Pro Natura (Schweiz), in einem ehrenamtlichen, anspruchsvollen Amt.

Einige Standpunkte

Welches sind die Ziele von Pro Natura?

Wir haben sie so formuliert: Die natürliche Vielfalt an Arten, Lebensräumen und Landschaften bleibt erhalten und nimmt wieder zu. Natürliche und naturnahe Landschaften können sich freier entfalten. Zu traditionellen Kulturlandschaften trägt der Mensch Sorge. Wo er die Natur nutzt, geht er schonend mit ihr um. Er nutzt die natürlichen Lebensgrundlagen nachhaltig. Die Sensibilität der Bevölkerung für die Natur nimmt zu.

Genügen die heutigen Gesetze zum Schutz der Natur nicht?

Die Gesetze sind zwar sehr wichtig, ebenso wie der Konsens, den wir in der Gesellschaft finden. In einem industrialisierten und demokratischen Land ist es aber notwendig, dass die Natur eine „Lobby“ besitzt, die für sie immer wieder einsteht. Darum ist schon 1909 Pro Natura (Schweiz. Bund für Naturschutz) entstanden und der Gesetzgeber hat 1966 das Verbandsbeschwerderecht (VBR) der Naturschutzorganisationen geschaffen. Es garantiert die Anwendung der Gesetze und daran darf nicht gerüttelt werden. Die Stimmberechtigten haben das VBR 2008 in einer Volksabstimmung mit einer satten Mehrheit (66%) in allen Kantonen bekräftigt. In der  Schweiz sind viele Tiere und Pflanzen auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Blumenwiesen sind rar geworden und viele Vogelarten finden bei uns keinen Lebensraum mehr.

Engagement für die Natur bedeutet nicht nur Naturschutz, sondern auch Verteidigung unserer Lebensgrundlagen, unserer Lebensqualität.

Weshalb die Anwesenheit der drei grossen Raubtiere (Bär, Luchs und Wolf) in der Schweiz verteidigen?

Es sind einheimische Tiere, die Teil unseres Naturerbes sind. Unsere Vorfahren haben sie als gefährlich eingestuft, weil sie ihre wirtschaftlichen Grundlagen gefährdet haben. Heute ist das aber nicht mehr so. Der Luchs stellt für die Schafe keine Gefahr dar, gegebenenfalls eine gewisse Konkurrenz für die Jäger. Der Wolf ist keine Gefahr für den Menschen, nur für die unbehüteten Schafherden. Der Bär braucht weite, natürliche Landschaften und stellt uns auf die Probe. Damit er – und auch Luchs und Wolf – in der Schweiz überleben können, braucht es guten Willen und mehr Toleranz.

Es ist richtig, dass der Bund die Kosten für den Herdenschutz kompensiert und für die durch die Grossraubtiere verursachten Schäden aufkommt.

Olympische Winterspiele in der Schweiz?

Nein, alle Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass sich die olympischen Spiele zu gigantischen Veranstaltungen entwickeln, die jedes Mal mehr kosten. In Vancouver betrugen allein die Sicherheitskosten 900 Millionen Franken, fünfmal so viel wie budgetiert.Olympische Winterspiele  bringen riesige Investitionen mit sich, um die verschiedenen olympischen Infrastrukturen zu erstellen und diese belasten die Finanzen der Gemeinden und Regionen. Auch für die Natur und die Umwelt sind die Auswirkungen negativ (grosse Eingriffe für überdimensionierte Anlagen). Zum Glück hat das Bündner Volk 2013 klar nein gesagt zum Projekt St.Moritz 2022!

Die Natur, die Landschaft, die hohe Qualität der Dienstleistungen und ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis sind die besten Voraussetzungen für eine nachhaltige Tourismusentwicklung, auch für den Wintertourismus.