Verkehr

Die Moblität wächst und wächst und wächst. Man kann es fast nicht glauben, dass die Bündner bis 1925 den Automobilverkehr nicht zuliessen. Sie sahen nur negative Folgen, waren zu radikal oder zu konservativ und schätzten die offensichtlichen Vorteile nicht. Es war aber ein verlorener Kampf gegen den technischen Fortschritt. Dennoch, in Bezug auf die negativen Auswirkungen hatten unsere Vorfahren keine schlechten Vorahnungen. Heute sind die durch den motorisierten Individualverkehr verursachten Umwelt- und Gesundheitsschäden wissenschaftlich erwiesen. Es sind Kollektivschäden, die enorm auf der Gesellschaft lasten.

Einige Standpunkte

Werden die Ziele der CO2–Reduktion erreicht?

Gemäss den Bundesstatistiken ist seit 1990 keine nennenswerte Reduktion der Schadstoffe eingetreten. Die CO2-Emissionen durch Treibstoffe liegen heute immer noch über denjenigen im Jahre 1990. Und die Schweiz besitzt eine der “durstigsten” Neuwagenflotte in Europa. Die Verpflichtung zur Reduktion der Treibhausgase (Kyoto-Abkommen) wird somit nicht eingehalten. Deshalb muss endlich die CO2-Abgabe auf Benzin und Diesel als effizientes Instrument zur Schadstoffreduktion eingeführt werden – mit Rückerstattung der Einnahmen an die Bevölkerung und an die Wirtschaft.

Ist ein zweiter Gotthard-Strassentunnel notwendig?

Nein. Die Schweizer Stimmberechtigten – und so auch die Urner und Tessiner – haben die Alpen-Initiative angenommen um den Transitverkehr von der Strasse auf die Schiene zu verlagern. Es ist somit verfassungswidrig und kontraproduktiv, das Autobahnangebot auf der Nord-Süd-Achse zu verdoppeln. Die Probleme, welche durch die Sperrung des Gotthardtunnels während den Sanierungsarbeiten entstehen, können mit Pendelzügen für Autos und Lastwagen entschärft werden. 2016 ist die NEAT in Funktion, die sichere Verbindung des Tessins zur Schweiz ist somit garantiert.  Den Gotthard-Strassentunnel sanieren ja, aber ohne die milliardenteure zweite Röhre und die “nur-eine-Spur”-Farce!

Wie wird die Mobilität der Zukunft sein?

Die individuelle Mobilität wird sich in Richtung Hybrid- und Elektrofahrzeuge entwickeln, aber die Umweltverträglichkeit des Individualverkehrs hängt von der Art der Energieproduktion ab. Ob die Mobilität aber zunehmen wird bis Kolonnen und Staus unerträglich werden? Gemäss dem Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) müssen wir davon ausgehen, dass bis zum Jahre 2020 mit einer Verkehrszunahme von 25 bis 30% zu rechnen ist. Besser daher die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen und sie prioritär zu förden, wie es die Volksinitiative des Verkehrsclubs der Schweiz (VCS) verlangt.

Bessere Perspektiven haben FussgängerInnen und der Fahrradverkehr, beispielsweise durch den Ausbau urbaner Begegnungszonen mit Tempobeschränkungen und eines dichten Netzes von Radwegen, wie von der “Velo-Initiative” verlangt (www.velo-initiative.ch).

Sind Agrotreibstoffe vertretbar?

Nein. Kulturland soll der Lebensmittelherstellung dienen. Die Produktion solcher Treibstoffe treibt die Lebensmittelpreise in die Höhe, was insbesondere die Menschen in den ärmeren Ländern trifft. Zudem breiten sich Kulturflächen in noch unberührte Gebiete aus und fördern die Zerstörung der tropischen Regenwälder. Dabei entsteht auch ein grosser Ausstoss von Treibhausgasen.